
Aussteuerung Krankengeld 2026: 78 Wochen & ALG I
Was bedeutet Aussteuerung beim Krankengeld?
Aussteuerung bedeutet: Der Anspruch auf Krankengeld endet, weil die maximale Bezugsdauer für dieselbe Krankheit erreicht ist. Nach § 48 SGB V sind das grundsätzlich 78 Wochen innerhalb von je drei Jahren.
Die 78 Wochen entsprechen 546 Kalendertagen. Wichtig: Die ersten sechs Wochen Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber zählen in diese Höchstdauer mit hinein.
Diese Seite erklärt die Übergangsphase. Für die laufende Krankengeldhöhe nutzen Sie den Krankengeld-Rechner, die Krankengeld-Tabelle und den Krankengeld-Komplett-Guide.
78 Wochen Krankengeld: grob in Monate umrechnen
78 Wochen sind rechnerisch etwa 18 Monate. Für die rechtliche Prüfung zählen aber nicht grobe Monate, sondern Kalendertage, Arbeitsunfähigkeitszeiten, die Diagnose und die Blockfrist.
| Wert | Einordnung |
|---|---|
| 78 Wochen | maximale Krankengeld-Höchstdauer für dieselbe Krankheit innerhalb der Blockfrist |
| 546 Tage | Kalendertage, nicht Arbeitstage |
| ca. 18 Monate | nur grobe Orientierung |
| 3 Jahre Blockfrist | Zeitraum, in dem die Höchstdauer für dieselbe Krankheit betrachtet wird |
Wenn mehrere Erkrankungen oder Unterbrechungen vorliegen, sollte die Krankenkasse die konkrete Aussteuerungsberechnung schriftlich erklären. Verlassen Sie sich nicht allein auf eine überschlägige Monatsrechnung.
Was tun, wenn die Aussteuerung angekündigt wird?
Die Krankenkasse informiert meist einige Monate vor Ende des Krankengeldes. Ab diesem Zeitpunkt sollten Sie die nächsten Schritte parallel vorbereiten:
- Aussteuerungsdatum schriftlich bestätigen lassen: Lassen Sie sich die Berechnung und den letzten Zahlungstag erklären.
- Agentur für Arbeit kontaktieren: Melden Sie sich rechtzeitig, auch wenn Sie weiterhin arbeitsunfähig sind.
- Nahtlosigkeitsregelung prüfen: ALG I kann nach § 145 SGB III relevant sein, wenn die Erwerbsfähigkeit noch nicht geklärt ist.
- Reha oder Erwerbsminderungsrente klären: Je nach Gesundheitszustand kann die Deutsche Rentenversicherung beteiligt werden.
- Krankenversicherung absichern: Fragen Sie, wie Sie nach Ende des Krankengeldes versichert bleiben.
Diese Schritte ersetzen keine Sozial- oder Rechtsberatung. Sie helfen aber, typische Frist- und Zahlungslücken zu vermeiden.
Nahtlosigkeitsregelung und ALG I
Die Nahtlosigkeitsregelung nach § 145 SGB III soll verhindern, dass Menschen nach der Aussteuerung ohne Leistung dastehen, obwohl ihre Erwerbsfähigkeit noch nicht abschließend geklärt ist.
Vereinfacht: Die Agentur für Arbeit kann Arbeitslosengeld I zahlen, obwohl Sie gesundheitlich weiterhin eingeschränkt sind. Entscheidend sind die konkreten Voraussetzungen, die Meldung bei der Agentur für Arbeit und die Klärung durch Rentenversicherung oder ärztlichen Dienst.
Bringen Sie Unterlagen mit: Aussteuerungsbescheid, Arbeitsunfähigkeitsnachweise, Krankenkassen-Schreiben, ärztliche Unterlagen, Reha-/Rentenanträge und Einkommensnachweise.
Aussteuerung berechnen: Was Sie prüfen sollten
Ein einfacher Aussteuerungsrechner kann nur überschlagen. Für die echte Berechnung sind diese Fragen entscheidend:
| Prüffrage | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Seit wann besteht Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit? | Startpunkt für Blockfrist und Anspruchsdauer |
| Gab es Unterbrechungen oder neue Diagnosen? | kann die Einordnung verändern |
| Welche Zeiten wurden angerechnet? | Entgeltfortzahlung und Krankengeldzeiten zählen zusammen |
| Wann endet die aktuelle Blockfrist? | entscheidend für neue Ansprüche bei derselben Krankheit |
Für die laufende Höhe des Krankengelds ist der Formel-Ratgeber zuständig; diese Seite fokussiert den Übergang nach Ende des Anspruchs.
Quellen & Referenzen
- SGB V § 48: Dauer des Krankengeldes
- SGB III § 145: Minderung der Leistungsfähigkeit / Nahtlosigkeitsregelung
- Bundesagentur für Arbeit: Arbeitslosengeld nach Aussteuerung und Nahtlosigkeit
- Deutsche Rentenversicherung: Reha vor Rente und Erwerbsminderungsrente