BMI-Tabelle 2026: Klassifikation nach Alter und Geschlecht

08.03.20268 EinträgeAktualisiert: 14.03.2026

Der Body Mass Index (BMI) ist der international gebräuchlichste Wert zur Einschätzung des Körpergewichts. Er berechnet sich aus Körpergewicht (kg) geteilt durch Körpergröße (m) zum Quadrat: BMI = kg ÷ m².

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert feste BMI-Kategorien für Erwachsene ab 18 Jahren. Diese gelten weltweit und sind unabhängig von Geschlecht und Alter — allerdings empfehlen Fachgesellschaften wie die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) für bestimmte Altersgruppen angepasste Normwerte.

Wichtig: Der BMI ist ein statistischer Richtwert, kein individuelles Diagnoseinstrument. Er berücksichtigt weder Muskelmasse noch Fettverteilung. Ergänzende Messwerte wie Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis geben ein vollständigeres Bild Ihrer gesundheitlichen Risiken.

KategorieBMI(kg/m²)GesundheitsrisikoEmpfehlung
Starkes Untergewicht< 16,0Sehr hoch — Organschäden möglichSofortige ärztliche Abklärung
Mäßiges Untergewicht16,0 – 16,9Hoch — Nährstoffmangel wahrscheinlichÄrztliche Beratung empfohlen
Leichtes Untergewicht17,0 – 18,4Leicht erhöhtErnährung überprüfen, Gewicht beobachten
Normalgewicht18,5 – 24,9Normal — geringste SterblichkeitGewicht halten, gesunden Lebensstil pflegen
Übergewicht (Präadipositas)25,0 – 29,9Leicht erhöht — abhängig von BegleitfaktorenErnährung und Bewegung optimieren
Adipositas Grad I30,0 – 34,9Erhöht — Diabetes-Risiko 3× höherGewichtsreduktion empfohlen, ärztliche Beratung
Adipositas Grad II35,0 – 39,9Hoch — Herz-Kreislauf-Risiko deutlich erhöhtÄrztlich begleitetes Gewichtsprogramm
Adipositas Grad III (Morbide Adipositas)≥ 40,0Sehr hoch — Lebenserwartung um 5–20 Jahre reduziertMedizinische Intervention, ggf. bariatrische OP

Hinweise

  • Die BMI-Klassifikation der WHO gilt für Erwachsene ab 18 Jahren. Für Kinder und Jugendliche (0–17 Jahre) gelten alters- und geschlechtsspezifische BMI-Perzentilen nach den KiGGS-Referenzwerten des Robert Koch-Instituts.
  • Altersangepasste Empfehlungen der DGE: Für Erwachsene ab 65 Jahren empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung einen etwas höheren BMI-Bereich von 22–27 als optimal. Ein leichtes Übergewicht im Alter ist mit einer geringeren Sterblichkeit assoziiert (sog. „Adipositas-Paradox“).
  • Geschlechtsunterschiede: Obwohl die WHO-Kategorien geschlechtsneutral sind, haben Frauen im Durchschnitt einen höheren Körperfettanteil als Männer bei gleichem BMI. Ein BMI von 25 bei einer Frau entspricht typischerweise einem höheren Körperfettanteil als bei einem Mann.
  • Taillenumfang als zusätzlicher Risikoindikator: Bauchfett (viszerales Fett) ist besonders gesundheitsschädlich. Grenzwerte: Frauen > 80 cm (erhöht) / > 88 cm (deutlich erhöht), Männer > 94 cm (erhöht) / > 102 cm (deutlich erhöht).
  • Taille-Hüft-Verhältnis (WHR): Ein weiterer wichtiger Indikator. Risikobereich: Frauen > 0,85, Männer > 1,0. Berechnung: Taillenumfang ÷ Hüftumfang.
  • Der BMI berücksichtigt nicht die Körperzusammensetzung. Sportler mit viel Muskelmasse können einen hohen BMI haben, obwohl ihr Körperfettanteil niedrig ist. In diesem Fall sind BIA-Messung oder DEXA-Scan aussagekräftiger.
  • Adipositas-bedingte Folgekosten: Die jährlichen Behandlungskosten für adipöse Patienten liegen in Deutschland ca. 30–40 % über dem Durchschnitt. Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Gelenkprobleme sind die häufigsten Begleiterkrankungen.
  • Bariatrische Chirurgie: Ab BMI ≥ 40 (oder ≥ 35 mit schweren Begleiterkrankungen) kann ein Magenbypass oder Schlauchmagen in Betracht gezogen werden. Kosten: ca. 8.000–15.000 €. Die Kasse übernimmt die Kosten bei nachgewiesener medizinischer Indikation.

Quellen & Referenzen

  • WHO – World Health Organization: BMI Classification (Global Database on BMI)
  • DGE – Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte und Empfehlungen für BMI im Alter
  • RKI – Robert Koch-Institut: DEGS-Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland
  • RKI – KiGGS-Studie: BMI-Referenzwerte für Kinder und Jugendliche
  • Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG): S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas
  • AWMF – Leitlinie Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen

Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich meinen BMI?

BMI = Gewicht (kg) ÷ Größe (m)². Beispiel: Bei 75 kg und 1,75 m: 75 ÷ (1,75 × 1,75) = 24,5 (Normalgewicht). Nutzen Sie unseren kostenlosen BMI & Gesundheitsrisiko-Rechner für eine detaillierte Auswertung mit Risikoeinschätzung.

Ist der BMI ein guter Indikator für Gesundheit?

Der BMI ist ein erster Anhaltspunkt, aber nicht perfekt. Er berücksichtigt nicht die Fettverteilung, Muskelmasse, Knochenstruktur oder ethnische Unterschiede. Studien zeigen, dass der Taillenumfang und das Taille-Hüft-Verhältnis das Herz-Kreislauf-Risiko besser vorhersagen als der BMI allein.

Ab welchem BMI ist man übergewichtig?

Ab einem BMI von 25,0 spricht die WHO von Übergewicht. Ab 30,0 beginnt Adipositas (Fettleibigkeit). Allerdings kann ein BMI von 25–27 bei älteren Menschen (65+) sogar gesundheitlich vorteilhaft sein — man spricht vom sogenannten „Adipositas-Paradox“.

Gilt der BMI auch für Sportler und Bodybuilder?

Eingeschränkt. Sportler mit viel Muskelmasse können einen BMI von 27–30 haben, obwohl ihr Körperfettanteil bei nur 10–15 % liegt. In diesem Fall sind Körperfettmessung (BIA, Caliper, DEXA-Scan), Taillenumfang und WHR aussagekräftiger.

Welchen BMI sollten Senioren haben?

Die DGE empfiehlt für Menschen ab 65 Jahren einen BMI von 22–27. Ein leichtes Übergewicht ist im Alter nicht unbedingt schädlich — es kann sogar eine Schutzreserve bei Krankheiten darstellen. Untergewicht (BMI < 22) ist im Alter hingegen ein ernstes Gesundheitsrisiko.

Wie wird der BMI bei Kindern bewertet?

Über Perzentilkurven, nicht über feste Grenzwerte. Bei Kindern und Jugendlichen vergleicht man den BMI mit alters- und geschlechtsgleichen Referenzgruppen. Über der 90. Perzentile gilt als übergewichtig, über der 97. Perzentile als adipös. In Deutschland werden die KiGGS-Referenzwerte des RKI verwendet.

Warum ist Bauchfett gefährlicher als Hüftfett?

Weil viszerales Fett (Bauchfett) hormonell aktiv ist. Es produziert Entzündungsstoffe, beeinflusst den Insulinspiegel und erhöht das Risiko für Diabetes Typ 2, Herzinfarkt und Schlaganfall. Unterhautfettgewebe an Hüfte und Oberschenkeln ist metabolisch weniger aktiv und daher weniger gefährlich.

Was kostet eine professionelle Ernährungsberatung?

Ca. 60–120 € pro Sitzung. Die GKV übernimmt bei medizinischer Indikation (z. B. Adipositas Grad I+, Diabetes) einen Teil der Kosten — in der Regel 80–100 % bei zertifizierten Ernährungsberatern. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung (Muster 36).