
BMI richtig berechnen: Formel, Tabelle & Bedeutung
Was ist der BMI?
Der Body Mass Index (BMI) ist eine einfache Kennzahl, um das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße zu setzen. Die Formel lautet: BMI = Gewicht (kg) / Größe (m)².
Der BMI wird weltweit von der WHO als Screening-Instrument verwendet, um Unter-, Normal- und Übergewicht einzuordnen. Er ist jedoch kein diagnostisches Instrument — Muskelmasse, Knochenstruktur und Fettverteilung werden nicht berücksichtigt.
BMI-Tabelle nach WHO
Die WHO klassifiziert den BMI wie folgt:
| Kategorie | BMI-Bereich | Gesundheitsrisiko |
|---|---|---|
| Untergewicht | unter 18,5 | Erhöht (Nährstoffmangel, Immunschwäche) |
| Normalgewicht | 18,5 – 24,9 | Gering |
| Übergewicht | 25,0 – 29,9 | Leicht erhöht |
| Adipositas Grad I | 30,0 – 34,9 | Deutlich erhöht |
| Adipositas Grad II | 35,0 – 39,9 | Hoch |
| Adipositas Grad III | ab 40,0 | Sehr hoch |
BMI nach Alter und Geschlecht
Die WHO-Klassifikation gilt einheitlich für Erwachsene ab 18 Jahren. In der Praxis empfehlen viele Mediziner jedoch altersangepasste Bewertungen, da sich die Körperzusammensetzung im Laufe des Lebens verändert.
Für ältere Menschen (ab 65 Jahren) wird ein BMI zwischen 22 und 27 als optimal angesehen. Ein leicht höherer BMI kann im Alter sogar schützend wirken, da Reserven bei Krankheit oder Operationen helfen.
Bei Kindern und Jugendlichen werden alters- und geschlechtsspezifische Perzentilen verwendet. Die Standardwerte der WHO gelten hier nicht. Kinderärzte nutzen spezielle BMI-Tabellen des Robert Koch-Instituts (KiGGS-Studie).
Geschlechterunterschiede: Frauen haben naturgemäß einen höheren Körperfettanteil als Männer. Trotzdem verwendet die WHO-Klassifikation identische Grenzwerte für beide Geschlechter — ein weiterer Grund, den BMI nicht als alleinigen Maßstab zu nehmen.
Grenzen des BMI
Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse. Sportler mit hohem Muskelanteil können einen BMI im Übergewichtsbereich haben, obwohl ihr Körperfettanteil niedrig ist.
Ebenso berücksichtigt der BMI nicht die Fettverteilung im Körper. Viszerales Fett (Bauchfett) ist deutlich gesundheitsschädlicher als subkutanes Fett an Hüften oder Oberschenkeln — aber der BMI kann beides nicht unterscheiden.
Deshalb empfehlen die Deutsche Adipositas-Gesellschaft und internationale Leitlinien, den BMI immer in Kombination mit weiteren Messwerten zu betrachten: Bauchumfang, Waist-to-Height Ratio (WHtR) und klinische Risikofaktoren.
WHtR: Die bessere Alternative?
Der Waist-to-Height Ratio (WHtR) — das Verhältnis von Bauchumfang zu Körpergröße — ist laut aktuellen Studien ein besserer Prädiktor für kardiovaskuläre Risiken als der BMI.
Berechnung: WHtR = Bauchumfang (cm) / Körpergröße (cm). Messen Sie den Bauchumfang auf Höhe des Bauchnabels, am besten morgens vor dem Frühstück.
| WHtR-Wert | Bewertung | Risiko |
|---|---|---|
| unter 0,4 | Untergewicht | Erhöht |
| 0,4 – 0,5 | Gesund | Gering |
| 0,5 – 0,6 | Übergewicht | Erhöht |
| über 0,6 | Adipositas | Hoch bis sehr hoch |
Im Gegensatz zum BMI erfasst der WHtR gezielt das gefährliche Bauchfett und ist auch bei Sportlern mit hoher Muskelmasse aussagekräftig.
Quellen & Referenzen
- WHO – Global Database on Body Mass Index
- Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG): Leitlinie Adipositas (2025)
- Robert Koch-Institut: KiGGS-Studie – BMI-Referenzwerte für Kinder und Jugendliche