
Übergewicht und Gesundheitsrisiken: Was Sie wissen müssen
Welche Gesundheitsrisiken hat Übergewicht?
Übergewicht (BMI 25–29,9) und Adipositas (BMI ab 30) erhöhen das Risiko für zahlreiche Erkrankungen: Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfall und bestimmte Krebsarten.
Besonders das viszerale Fett (Bauchfett) ist problematisch, da es entzündungsfördernde Botenstoffe ausschüttet. Ab welchem Bauchumfang das Risiko steigt:
| Risikostufe | Frauen | Männer |
|---|---|---|
| Leicht erhöht | ab 80 cm | ab 94 cm |
| Deutlich erhöht | ab 88 cm | ab 102 cm |
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck
Übergewicht erhöht den Blutdruck, da das Herz mehr Blut durch ein größeres Körpervolumen pumpen muss. Etwa 50 % aller Hypertonie-Fälle stehen in direktem Zusammenhang mit Übergewicht.
Zudem fördert Übergewicht Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), die zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann. Laut der Deutschen Herzstiftung ist Adipositas einer der fünf Hauptrisikofaktoren für koronare Herzkrankheit.
Bereits eine Gewichtsreduktion von 5–10 % kann den Blutdruck um 5–10 mmHg senken — vergleichbar mit der Wirkung eines Blutdruckmedikaments.
Typ-2-Diabetes
Übergewicht ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für Typ-2-Diabetes. Etwa 80–90 % der Typ-2-Diabetiker sind übergewichtig oder adipös.
Überschüssiges Bauchfett beeinträchtigt die Insulinwirkung (Insulinresistenz). Die Bauchspeicheldrüse muss immer mehr Insulin produzieren, bis sie erschöpft — dann steigt der Blutzucker dauerhaft an.
Die gute Nachricht: Durch Gewichtsabnahme und Bewegung lässt sich eine beginnende Insulinresistenz häufig umkehren — noch bevor der Diabetes manifest wird.
Krebsrisiko und weitere Erkrankungen
Laut der WHO steht Übergewicht in Zusammenhang mit mindestens 13 Krebsarten, darunter Brust-, Darm-, Speiseröhren-, Nieren- und Gebärmutterkrebs. Der Grund: Fettzellen produzieren Hormone und Wachstumsfaktoren, die Zellwachstum fördern.
Weitere Folgeerkrankungen umfassen: Fettlebererkrankung (betrifft bis zu 30 % der Bevölkerung), Schlafapnoe, Gelenkbeschwerden (Arthrose durch Überbelastung der Knie und Hüften), sowie psychische Belastungen (Depressionen, sozialer Rückzug).
Was können Sie tun?
Bereits eine Gewichtsreduktion von 5–10 % kann das Risiko für Typ-2-Diabetes um bis zu 58 % senken. Die Krankenkassen übernehmen in vielen Fällen die Kosten für Ernährungsberatung und Bewegungsprogramme.
Präventionskurse: Viele Kassen bezuschussen zertifizierte Kurse nach § 20 SGB V — etwa Ernährungsberatung, Rückentraining oder Stressbewältigung. Der Zuschuss beträgt oft 75–100 % der Kursgebühr.
Ärztliche Begleitung: Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über ein individuelles Gewichtsmanagement-Programm. Ab BMI 30 (Adipositas) haben Sie Anspruch auf ärztliche Behandlung. Bei BMI ab 40 kann eine bariatrische Operation (Magenverkleinerung) in Frage kommen.
Alltagsbewegung: 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche (Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen) reichen laut WHO aus, um das Gesundheitsrisiko deutlich zu senken.
Quellen & Referenzen
- Robert Koch-Institut (RKI): DEGS-Studie — Übergewicht und Adipositas in Deutschland
- Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG): S3-Leitlinie Adipositas (2025)
- WHO: Obesity and overweight — Key Facts (2024)
- Deutsche Herzstiftung: Risikofaktor Übergewicht
Häufig gestellte Fragen
Ab welchem BMI spricht man von Übergewicht?
Ab einem BMI von 25,0 spricht die WHO von Übergewicht, ab 30,0 von Adipositas. Die genaue Grenze ist jedoch individuell zu betrachten — Bauchumfang und Fettverteilung sind oft aussagekräftiger als der BMI allein.
Wie viel Gewichtsverlust reicht, um Risiken zu senken?
Bereits 5–10 % Gewichtsreduktion senken das Diabetes-Risiko um bis zu 58 %. Auch der Blutdruck und die Blutfettwerte verbessern sich spürbar. Der Effekt tritt oft schon nach wenigen Wochen ein.
Zahlt die Krankenkasse für Abnehmprogramme?
Ja, viele Kassen bezuschussen zertifizierte Präventionskurse nach § 20 SGB V. Dazu gehören Ernährungsberatung, Bewegungsprogramme und Stressbewältigungskurse. Ab Adipositas (BMI 30+) können auch ärztliche Therapieprogramme verordnet werden.