BMI richtig berechnen: Formel, Tabelle & Bedeutung

BMI richtig berechnen: Formel, Tabelle & Bedeutung

07.03.20267 Min. LesezeitAktualisiert: 14.03.2026

Was ist der BMI?

Der Body Mass Index (BMI) ist eine einfache Kennzahl, um das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße zu setzen. Die Formel lautet: BMI = Gewicht (kg) / Größe (m)².

Der BMI wird weltweit von der WHO als Screening-Instrument verwendet, um Unter-, Normal- und Übergewicht einzuordnen. Er ist jedoch kein diagnostisches Instrument — Muskelmasse, Knochenstruktur und Fettverteilung werden nicht berücksichtigt.

BMI-Tabelle nach WHO

Die WHO klassifiziert den BMI wie folgt:

KategorieBMI-BereichGesundheitsrisiko
Untergewichtunter 18,5Erhöht (Nährstoffmangel, Immunschwäche)
Normalgewicht18,5 – 24,9Gering
Übergewicht25,0 – 29,9Leicht erhöht
Adipositas Grad I30,0 – 34,9Deutlich erhöht
Adipositas Grad II35,0 – 39,9Hoch
Adipositas Grad IIIab 40,0Sehr hoch

BMI nach Alter und Geschlecht

Die WHO-Klassifikation gilt einheitlich für Erwachsene ab 18 Jahren. In der Praxis empfehlen viele Mediziner jedoch altersangepasste Bewertungen, da sich die Körperzusammensetzung im Laufe des Lebens verändert.

Für ältere Menschen (ab 65 Jahren) wird ein BMI zwischen 22 und 27 als optimal angesehen. Ein leicht höherer BMI kann im Alter sogar schützend wirken, da Reserven bei Krankheit oder Operationen helfen.

Bei Kindern und Jugendlichen werden alters- und geschlechtsspezifische Perzentilen verwendet. Die Standardwerte der WHO gelten hier nicht. Kinderärzte nutzen spezielle BMI-Tabellen des Robert Koch-Instituts (KiGGS-Studie).

Geschlechterunterschiede: Frauen haben naturgemäß einen höheren Körperfettanteil als Männer. Trotzdem verwendet die WHO-Klassifikation identische Grenzwerte für beide Geschlechter — ein weiterer Grund, den BMI nicht als alleinigen Maßstab zu nehmen.

Grenzen des BMI

Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse. Sportler mit hohem Muskelanteil können einen BMI im Übergewichtsbereich haben, obwohl ihr Körperfettanteil niedrig ist.

Ebenso berücksichtigt der BMI nicht die Fettverteilung im Körper. Viszerales Fett (Bauchfett) ist deutlich gesundheitsschädlicher als subkutanes Fett an Hüften oder Oberschenkeln — aber der BMI kann beides nicht unterscheiden.

Deshalb empfehlen die Deutsche Adipositas-Gesellschaft und internationale Leitlinien, den BMI immer in Kombination mit weiteren Messwerten zu betrachten: Bauchumfang, Waist-to-Height Ratio (WHtR) und klinische Risikofaktoren.

WHtR: Die bessere Alternative?

Der Waist-to-Height Ratio (WHtR) — das Verhältnis von Bauchumfang zu Körpergröße — ist laut aktuellen Studien ein besserer Prädiktor für kardiovaskuläre Risiken als der BMI.

Berechnung: WHtR = Bauchumfang (cm) / Körpergröße (cm). Messen Sie den Bauchumfang auf Höhe des Bauchnabels, am besten morgens vor dem Frühstück.

WHtR-WertBewertungRisiko
unter 0,4UntergewichtErhöht
0,4 – 0,5GesundGering
0,5 – 0,6ÜbergewichtErhöht
über 0,6AdipositasHoch bis sehr hoch

Im Gegensatz zum BMI erfasst der WHtR gezielt das gefährliche Bauchfett und ist auch bei Sportlern mit hoher Muskelmasse aussagekräftig.

Quellen & Referenzen

  • WHO – Global Database on Body Mass Index
  • Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG): Leitlinie Adipositas (2025)
  • Robert Koch-Institut: KiGGS-Studie – BMI-Referenzwerte für Kinder und Jugendliche

Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich meinen BMI?

Teilen Sie Ihr Körpergewicht in Kilogramm durch Ihre Körpergröße in Metern zum Quadrat. Beispiel: 75 kg / (1,75 m)² = BMI 24,5. Dieser Wert fällt in den Bereich Normalgewicht (18,5–24,9).

Was ist ein gesunder BMI?

Ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 gilt nach WHO als Normalgewicht. Für ältere Menschen (ab 65) wird ein BMI bis 27 als normal angesehen, da ein leicht höherer BMI im Alter schützend wirken kann.

Warum ist der BMI allein nicht aussagekräftig?

Weil der BMI nicht zwischen Muskel- und Fettmasse unterscheidet und die Fettverteilung ignoriert. Ein Kraftsportler kann einen ‚übergewichtigen' BMI haben, obwohl sein Körperfettanteil niedrig ist. Der Waist-to-Height Ratio (WHtR) ist oft aussagekräftiger.