LASIK vs. PRK vs. SMILE: Welche Methode passt?

LASIK vs. PRK vs. SMILE: Welche Methode passt?

07.03.20267 Min. LesezeitAktualisiert: 14.03.2026

Die drei gängigsten Augenlaser-Verfahren

Augenlasern ist eine der beliebtesten Methoden zur Korrektur von Fehlsichtigkeit. In Deutschland werden jährlich über 130.000 Augenlaseroperationen durchgeführt. Die drei Hauptverfahren — LASIK, PRK und SMILE — unterscheiden sich in Ablauf, Kosten und Eignung. Die Wahl der Methode hängt von der Art und Stärke Ihrer Fehlsichtigkeit, der Hornhautdicke und Ihren persönlichen Anforderungen ab.

Im Folgenden sehen Sie die drei Verfahren im direkten Vergleich:

KriteriumLASIKPRKSMILE
PrinzipFlap (Hornhautdeckel) + Excimer-LaserOberflächen­abtragung + Excimer-LaserLentikel-Entnahme durch 2-mm-Schnitt
Kurzsichtigkeitbis –10 dptbis –6 dpt–1 bis –10 dpt
Weitsichtigkeitbis +4 dpteingeschränktnicht möglich
Hornhaut­verkrümmungbis 6 dptbis 5 dptbis 5 dpt
Kosten / Auge1.000–2.500 €800–1.800 €1.800–2.800 €
Heilung1–2 Tage4–7 Tage Schmerzen, 1–3 Monate volles Sehen2–3 Tage
VorteileSchnelle Heilung, 25+ Jahre ErfahrungKein Flap-Risiko, geeignet bei dünner HornhautMinimalinvasiv, weniger trockene Augen
NachteileFlap-Komplikationen möglich, trockene AugenLängere Heilung, Haze-RisikoNicht für Weitsichtigkeit, Nachkorrektur schwieriger

Welche Methode ist die richtige für mich?

Die Entscheidung sollte immer gemeinsam mit einem erfahrenen Augenarzt getroffen werden. Grundsätzlich gilt:

  • LASIK: Standardwahl für die meisten Fehlsichtigkeiten — schnelle Heilung und breites Anwendungsspektrum.
  • PRK: Ideal bei dünner Hornhaut oder wenn kein Flap gewünscht ist — günstiger, aber längere Heilung.
  • SMILE: Für Kurzsichtige, die eine minimalinvasive Option bevorzugen — neueste Technik mit geringem Dry-Eye-Risiko.

Vor der Entscheidung sollte eine umfassende Voruntersuchung stattfinden, bei der Hornhautdicke, Pupillengröße und Tränenfilmqualität gemessen werden.

Was wird bei der Voruntersuchung geprüft?

Vor jeder Augenlaser-OP ist eine umfassende Voruntersuchung Pflicht. Sie dauert 1–2 Stunden und umfasst mehrere Messungen, die über die Eignung und die optimale Methode entscheiden:

UntersuchungWas gemessen wirdWarum wichtig
Hornhaut-TopografieKrümmung und OberflächenformErkennt Keratokonus und Unregelmäßigkeiten
PachymetrieHornhautdicke (Normwert: 520–560 µm)Bestimmt, ob genug Gewebe für den Abtrag vorhanden ist
PupillometriePupillengröße bei DunkelheitGroße Pupillen erhöhen Risiko für Halos/Glare
Tränenfilm-AnalyseMenge und Qualität der TränenflüssigkeitTrockene Augen können Kontraindikation sein
RefraktionsbestimmungExakte Fehlsichtigkeit (Dioptrien)Grundlage für die Laserberechnung

Wichtig: Kontaktlinsen müssen vor der Voruntersuchung abgesetzt werden — weiche Linsen mindestens 1 Woche, harte/formstabile Linsen 2–4 Wochen. Nur so liefert die Messung valide Ergebnisse.

Risiken und Komplikationen im Vergleich

Alle drei Verfahren gelten als sehr sicher — die Komplikationsrate liegt insgesamt unter 1 %. Dennoch unterscheiden sich die typischen Nebenwirkungen:

RisikoLASIKPRKSMILE
Trockene AugenHäufiger (3–6 Monate)SeltenSelten
Flap-KomplikationenMöglich (0,1–0,3 %)Kein FlapKein Flap
Halos / Glare (nachts)Temporär häufigTemporär möglichSeltener
Haze (Hornhauttrübung)Sehr seltenMöglich (Mitomycin C beugt vor)Sehr selten
Über-/Unterkorrektur3–5 % (Nachkorrektur möglich)3–5 %2–3 %
RegressionSeltenMöglich bei höherer DioptrienzahlSelten

Bei allen drei Verfahren beträgt die Zufriedenheitsrate über 95 %. Schwere, dauerhafte Komplikationen (z. B. Sehverlust) sind extrem selten (unter 0,01 %). Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind die Erfahrung des Operateurs und die Qualität der Voruntersuchung.

Kosten und Kassenleistung

Die gesetzliche Krankenkasse (GKV) übernimmt keine Kosten für Augenlaser-OPs — sie gelten als Wunschleistung. Die Kosten sind vollständig privat zu tragen. Einige PKV-Tarife erstatten 50–100 % der Kosten.

Die Preisspanne je nach Methode:

  • PRK: 800–1.800 € pro Auge — günstigste Option, ideal bei kleinerem Budget
  • Femto-LASIK: 1.250–2.500 € pro Auge — das Standardverfahren
  • SMILE: 1.800–2.800 € pro Auge — neueste Technik, höherer Preis

Augenlaser-OPs können als außergewöhnliche Belastung steuerlich abgesetzt werden. Detaillierte Informationen finden Sie in unserem Augenlaser Kosten Guide 2026.

Quellen & Referenzen

  • Kommission Refraktive Chirurgie (KRC): Leitlinie für refraktiv-chirurgische Eingriffe (2025)
  • DOG – Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft
  • Stiftung Warentest: Augenlasern – Methoden, Kosten, Risiken (2025)

Häufig gestellte Fragen

Ist Augenlasern sicher?

Ja, Augenlasern gilt als eines der sichersten elektiven Verfahren. Die Komplikationsrate liegt unter 1 %. Über 95 % der Patienten erreichen die angestrebte Sehschärfe. Schwere Komplikationen sind extrem selten.

Wie lange hält das Ergebnis?

In der Regel dauerhaft. Die Korrektur ist permanent, da der Laser die Hornhautstruktur verändert. Allerdings kann im Alter (ab ca. 45) eine Lesebrille nötig werden (Alterssichtigkeit), unabhängig vom Lasern.

Kann man beide Augen gleichzeitig lasern lassen?

Bei LASIK und SMILE ja, das ist Standard. Beide Augen werden in einer Sitzung behandelt. Bei PRK empfehlen einige Ärzte wegen der längeren Heilung eine zeitversetzte Behandlung (1–2 Wochen Abstand).