
LASIK vs. PRK vs. SMILE: Welche Methode passt?
Die drei gängigsten Augenlaser-Verfahren
Augenlasern ist eine der beliebtesten Methoden zur Korrektur von Fehlsichtigkeit. In Deutschland werden jährlich über 130.000 Augenlaseroperationen durchgeführt. Die drei Hauptverfahren — LASIK, PRK und SMILE — unterscheiden sich in Ablauf, Kosten und Eignung. Die Wahl der Methode hängt von der Art und Stärke Ihrer Fehlsichtigkeit, der Hornhautdicke und Ihren persönlichen Anforderungen ab.
Im Folgenden sehen Sie die drei Verfahren im direkten Vergleich:
| Kriterium | LASIK | PRK | SMILE |
|---|---|---|---|
| Prinzip | Flap (Hornhautdeckel) + Excimer-Laser | Oberflächenabtragung + Excimer-Laser | Lentikel-Entnahme durch 2-mm-Schnitt |
| Kurzsichtigkeit | bis –10 dpt | bis –6 dpt | –1 bis –10 dpt |
| Weitsichtigkeit | bis +4 dpt | eingeschränkt | nicht möglich |
| Hornhautverkrümmung | bis 6 dpt | bis 5 dpt | bis 5 dpt |
| Kosten / Auge | 1.000–2.500 € | 800–1.800 € | 1.800–2.800 € |
| Heilung | 1–2 Tage | 4–7 Tage Schmerzen, 1–3 Monate volles Sehen | 2–3 Tage |
| Vorteile | Schnelle Heilung, 25+ Jahre Erfahrung | Kein Flap-Risiko, geeignet bei dünner Hornhaut | Minimalinvasiv, weniger trockene Augen |
| Nachteile | Flap-Komplikationen möglich, trockene Augen | Längere Heilung, Haze-Risiko | Nicht für Weitsichtigkeit, Nachkorrektur schwieriger |
Welche Methode ist die richtige für mich?
Die Entscheidung sollte immer gemeinsam mit einem erfahrenen Augenarzt getroffen werden. Grundsätzlich gilt:
- LASIK: Standardwahl für die meisten Fehlsichtigkeiten — schnelle Heilung und breites Anwendungsspektrum.
- PRK: Ideal bei dünner Hornhaut oder wenn kein Flap gewünscht ist — günstiger, aber längere Heilung.
- SMILE: Für Kurzsichtige, die eine minimalinvasive Option bevorzugen — neueste Technik mit geringem Dry-Eye-Risiko.
Vor der Entscheidung sollte eine umfassende Voruntersuchung stattfinden, bei der Hornhautdicke, Pupillengröße und Tränenfilmqualität gemessen werden.
Was wird bei der Voruntersuchung geprüft?
Vor jeder Augenlaser-OP ist eine umfassende Voruntersuchung Pflicht. Sie dauert 1–2 Stunden und umfasst mehrere Messungen, die über die Eignung und die optimale Methode entscheiden:
| Untersuchung | Was gemessen wird | Warum wichtig |
|---|---|---|
| Hornhaut-Topografie | Krümmung und Oberflächenform | Erkennt Keratokonus und Unregelmäßigkeiten |
| Pachymetrie | Hornhautdicke (Normwert: 520–560 µm) | Bestimmt, ob genug Gewebe für den Abtrag vorhanden ist |
| Pupillometrie | Pupillengröße bei Dunkelheit | Große Pupillen erhöhen Risiko für Halos/Glare |
| Tränenfilm-Analyse | Menge und Qualität der Tränenflüssigkeit | Trockene Augen können Kontraindikation sein |
| Refraktionsbestimmung | Exakte Fehlsichtigkeit (Dioptrien) | Grundlage für die Laserberechnung |
Wichtig: Kontaktlinsen müssen vor der Voruntersuchung abgesetzt werden — weiche Linsen mindestens 1 Woche, harte/formstabile Linsen 2–4 Wochen. Nur so liefert die Messung valide Ergebnisse.
Risiken und Komplikationen im Vergleich
Alle drei Verfahren gelten als sehr sicher — die Komplikationsrate liegt insgesamt unter 1 %. Dennoch unterscheiden sich die typischen Nebenwirkungen:
| Risiko | LASIK | PRK | SMILE |
|---|---|---|---|
| Trockene Augen | Häufiger (3–6 Monate) | Selten | Selten |
| Flap-Komplikationen | Möglich (0,1–0,3 %) | Kein Flap | Kein Flap |
| Halos / Glare (nachts) | Temporär häufig | Temporär möglich | Seltener |
| Haze (Hornhauttrübung) | Sehr selten | Möglich (Mitomycin C beugt vor) | Sehr selten |
| Über-/Unterkorrektur | 3–5 % (Nachkorrektur möglich) | 3–5 % | 2–3 % |
| Regression | Selten | Möglich bei höherer Dioptrienzahl | Selten |
Bei allen drei Verfahren beträgt die Zufriedenheitsrate über 95 %. Schwere, dauerhafte Komplikationen (z. B. Sehverlust) sind extrem selten (unter 0,01 %). Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind die Erfahrung des Operateurs und die Qualität der Voruntersuchung.
Kosten und Kassenleistung
Die gesetzliche Krankenkasse (GKV) übernimmt keine Kosten für Augenlaser-OPs — sie gelten als Wunschleistung. Die Kosten sind vollständig privat zu tragen. Einige PKV-Tarife erstatten 50–100 % der Kosten.
Die Preisspanne je nach Methode:
- PRK: 800–1.800 € pro Auge — günstigste Option, ideal bei kleinerem Budget
- Femto-LASIK: 1.250–2.500 € pro Auge — das Standardverfahren
- SMILE: 1.800–2.800 € pro Auge — neueste Technik, höherer Preis
Augenlaser-OPs können als außergewöhnliche Belastung steuerlich abgesetzt werden. Detaillierte Informationen finden Sie in unserem Augenlaser Kosten Guide 2026.
Quellen & Referenzen
- Kommission Refraktive Chirurgie (KRC): Leitlinie für refraktiv-chirurgische Eingriffe (2025)
- DOG – Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft
- Stiftung Warentest: Augenlasern – Methoden, Kosten, Risiken (2025)
Häufig gestellte Fragen
Ist Augenlasern sicher?
Ja, Augenlasern gilt als eines der sichersten elektiven Verfahren. Die Komplikationsrate liegt unter 1 %. Über 95 % der Patienten erreichen die angestrebte Sehschärfe. Schwere Komplikationen sind extrem selten.
Wie lange hält das Ergebnis?
In der Regel dauerhaft. Die Korrektur ist permanent, da der Laser die Hornhautstruktur verändert. Allerdings kann im Alter (ab ca. 45) eine Lesebrille nötig werden (Alterssichtigkeit), unabhängig vom Lasern.
Kann man beide Augen gleichzeitig lasern lassen?
Bei LASIK und SMILE ja, das ist Standard. Beide Augen werden in einer Sitzung behandelt. Bei PRK empfehlen einige Ärzte wegen der längeren Heilung eine zeitversetzte Behandlung (1–2 Wochen Abstand).